In solchen Umgebungen stößt auch KI an harte Grenzen. Nicht, weil Algorithmen fehlen, sondern weil der Zusammenhang fehlt, in dem sie sinnvoll arbeiten könnten. Isolierte Daten produzieren isolierte Erkenntnisse. Strategische Intelligenz entsteht so nicht.
2. Technische Schulden. Wenn jedes Update zur Grundsatzfrage wird
Was heute als Trägheit wahrgenommen wird, ist das Ergebnis jahrelanger Rationalität. Legacy-ERP wurde angepasst, weil es notwendig war. Jede Sonderregel, jede Erweiterung, jede Integration hat ein konkretes Problem gelöst. Kurzfristig sinnvoll. Langfristig teuer. Über die Zeit entsteht so eine Struktur, in der selbst kleine Änderungen große Auswirkungen haben können. Updates werden verschoben, weil sie Projekte auslösen. Sicherheits- und Innovationszyklen entkoppeln sich vom Markt. Externe Beratung wird zur Dauerlösung.
Besonders sichtbar wird das bei Integrationen. Viele Verbindungen sind individuell gebaut und entsprechend fragil. Änderungen an einem System erzeugen Folgewirkungen an anderer Stelle und die IT wird zum Reparaturbetrieb.
Der eigentliche Preis ist somit also strategisch. Wenn jede Veränderung am Kernsystem Risiko bedeutet, beginnt die Organisation logischerweise, Veränderungen zu vermeiden. Innovation wird dann zwar nicht aktiv verhindert, aber implizit ausgebremst.
3. Starre Architektur. Wenn Organisationen schneller sind als ihre Systeme
Monolithische ERP-Architekturen setzen Stabilität voraus. Sie funktionieren gut, solange Geschäftsmodelle nicht ständig neu gedacht werden müssen. Genau das ist heute jedoch der Normalzustand. Neue Märkte, neue Erlösmodelle und neue Organisationsformen lassen sich nicht einfach konfigurieren. Sie verlangen strukturelle Anpassungen, die tief ins System greifen. Die Folge sind lange Umsetzungszeiten und ein wachsender Abstand zwischen strategischem Anspruch und operativer Realität.
Hinzu kommt ein Faktor, der lange unterschätzt wurde: Produktivität auf der Anwenderseite. Finanz- und HR-Teams arbeiten in Systemen, die funktional korrekt, aber schwerfällig sind. In Zeiten von Fachkräftemangel und steigendem Erwartungsdruck ist das kein Detail, sondern ein Produktivitätsrisiko.
Gleichzeitig bleiben viele ERP-Systeme nach außen abgeschottet. Offene Schnittstellen sind begrenzt, moderne Cloud-Tools lassen sich nur mit Aufwand anbinden. Das ERP wird zum isolierten Block in einer ansonsten vernetzten Landschaft.
4. KI als Add-on. Warum das nicht reicht
In Legacy-Umgebungen ist KI zwangsläufig begrenzt. Sie wird ergänzt, nicht mitgedacht. Entsprechend eng sind ihre Einsatzfelder.
Einzelne Module liefern Empfehlungen. Querverbindungen bleiben aus. Finanzplanung, Workforce-Strategie und operative Steuerung laufen nebeneinander, nicht miteinander.
Gleichzeitig dominiert der Blick zurück. Systeme, die primär dokumentieren, produzieren KI-Ergebnisse, die erklären, was passiert ist. Führung in dynamischen Märkten braucht jedoch etwas anderes: Hinweise darauf, was als Nächstes relevant wird und wo gehandelt werden muss.
Vom System of Record zum System of Action
Die Frage ob Sie ihr ERP ersetzen müssen ist nicht die richtige, sondernwelches Verständnis von Steuerung Ihr Unternehmen haben will.
Ein zukunftsorientiertes ERP ist kein größerer Kern, sondern ein anderes Prinzip. Eine gemeinsame Datenbasis, in der Kontext erhalten bleibt. Eine Architektur, die Veränderung mitdenkt und nicht jedes Mal neu verhandeln muss. Offen genug, um Anpassungen ohne Eingriffe in den Kern zu ermöglichen. Künstliche Intelligenz ist dabei fest in die Entscheidungslogik eingebettet und kein nachträglich ergänztes Werkzeug.
Entscheidend ist weniger die eingesetzte Technologie als die Rolle, die sie im Unternehmen spielt. Manche Systeme halten fest, was geschehen ist. Andere unterstützen dabei, frühzeitig zu erkennen, wo gehandelt werden muss. Organisationen, die sich dafür entscheiden, Letzteres zu ermöglichen, greifen tiefer als bis zur IT-Landschaft. Sie verändern, wie Entscheidungen vorbereitet, getroffen und in Wirkung gebracht werden.
Finanzverantwortliche sehen sich mit steigenden Erwartungen sowohl von internen als auch von externen Stakeholdern konfrontiert. Laden Sie diesen Bericht herunter, um die fünf wichtigsten Gründe zu erfahren, warum CFOs zu Workday wechseln, um ihre Finanzprozesse zu optimieren.