Cashflow Management: Die 8 besten Anwendungen

Mehr als 8 von 10 Kleinunternehmen scheitern an Cashflow-Problemen. Um Wachstum und finanzielle Stabilität in Einklang zu bringen, benötigen KMU intelligente Systeme und Technologien für kontinuierliches, effektives Cashflow Management.

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Wachstum und finanzielle Disziplin in Einklang zu bringen, gehört zu den größten Herausforderungen für KMU und Start-ups. Diese Balance zu halten, wird angesichts ständiger Unsicherheit und steigender Betriebskosten immer schwieriger. Im Jahr 2024 scheiterten alarmierende 82 % der Kleinunternehmen an Problemen beim Cashflow Management. Fast die Hälfte (44 %) nannte die Preisgestaltung als größtes Problem, 35 % die Cashflow-Prognose.

Die Bücher zu führen, reicht längst nicht mehr. Unternehmen brauchen von Anfang an Resilienz in ihrer Finanzstrategie und ihren Entscheidungen. Mit praktischen, proaktiven Ansätzen im Cashflow Management sichern Unternehmen ihre Liquidität und dämmen unnötigen Mittelabfluss ein – ohne auf Innovation oder Wachstum zu verzichten.

82 % der Kleinunternehmen scheitern an Problemen beim Cashflow Management.

Was ist Cashflow?

Cashflow bezeichnet die Zu- und Abflüsse von Geld im Unternehmen. Der Cashflow gibt Aufschluss darüber, wie gut ein Unternehmen liquide Mittel generiert, um Betriebskosten zu decken, in Wachstum zu investieren und finanzielle Verpflichtungen zu erfüllen. Um den Cashflow präzise zu überwachen, sind alle Zahlungsein- und -ausgänge im operativen Geschäft zu erfassen:

  • Umsätze und Zahlungseingänge von Kunden
  • Erträge aus Investitionen oder Veräußerungen von Assets
  • Neue Finanzierungsquellen
  • Laufende Betriebskosten wie Entgeltabrechnung und Anlagen
  • Ausgaben für neue Ausstattung und Technologie
  • Kreditrückzahlungen, Zinsen und sonstige Schuldendienstkosten

Ziel ist ein stets positiver Cashflow – das Unternehmen muss mehr einnehmen als ausgeben. Ein negativer Cashflow bedeutet: Die Ausgaben übersteigen die Einnahmen, Anpassungen sind nötig, um finanzielle Engpässe zu vermeiden. Für Führungskräfte ist Transparenz über den Cashflow – strategisch wie transaktional – der Schlüssel zu solider Finanzplanung und nachhaltiger Stabilität.

Warum ist der Cashflow wichtig?

Der Cashflow ist der präziseste Indikator für den Finanzstatus eines Unternehmens. Er zeigt, wie viel Geld ein Unternehmen einnimmt und wie effektiv es durch das System fließt. Zudem gibt der Cashflow an, ob der Geschäftsbetrieb selbsttragend ist und wie viel Spielraum besteht, um auf veränderte Bedingungen zu reagieren.

Ein effektives Cashflow Management verwandelt diese Transparenz in Stärke. Mit klarem Überblick über die aktuelle Liquiditätslage und deren Entwicklung können Finanzführungskräfte kurzfristige Verpflichtungen mit langfristigen Prioritäten in Einklang bringen, fundierte Investitionsentscheidungen treffen und vermeiden, von unvermeidlichen zeitlichen Lücken zwischen Einnahmen und Ausgaben überrascht zu werden.

Mit der Zeit wird ein konstant positiver Cashflow zum Puffer, der für Resilienz sorgt. In unsicheren Zeiten können Unternehmen mit diszipliniertem Liquiditätsmanagement Disruptionen meistern und sogar weiter in Wachstum investieren – während andere zum Sparen gezwungen sind.

So berechnen Sie den Cashflow

Bevor Finanzteams den Cashflow zur Analyse der Performance oder zur Prognose von Trends nutzen, benötigen sie eine präzise und verlässliche Berechnungsmethode. Sind erst einmal alle Zu- und Abflüsse erfasst, ist die grundlegende Cashflow-Formel ganz einfach:

                             Zahlungseingänge – Zahlungsausgänge = Netto-Cashflow

Die meisten Finanzteams setzen auf einen dieser beiden Ansätze:

  • Direkte Methode: Basiert auf den tatsächlichen Bargeldtransaktionen des Zeitraums (also jeden Zahlungsein- und -ausgang). Es handelt sich um eine detaillierte Erfassung der Geldbewegungen.
  • Indirekte Methode: Basiert auf dem Jahresüberschuss (einschließlich nicht zahlungswirksamer Elemente) und verwendet Bilanzkontendaten (z. B. Änderungen bei Forderungen, Verbindlichkeiten, Vorräten) zur Cashflow-Ermittlung.

Für Unternehmen mit komplexen, umfangreichen Transaktionen erfordert diese Transparenz integrierte Finanzmanagementsysteme. Die Plattformen führen Finanzdaten verschiedener Abteilungen zusammen, automatisieren Abstimmungen und verschaffen Echtzeit-Einblicke in die aktuelle Liquiditätslage. Regelmäßige Überprüfungen helfen Führungskräften, Problemstellen frühzeitig zu erkennen, sodass sie schnellerfundierte Entscheidungen über die Kapitalallokation treffen können. 

Cashflow Management

Ohne transparente Lösung zur Cashflow-Erfassung geraten selbst umsatzstarke Unternehmen in Schwierigkeiten, wenn Ausgaben die Einnahmen übersteigen. Diese Praktiken schaffen eine klare Struktur, um den Cashflow zu prognostizieren und zu steuern – damit Führungskräfte fundierte Entscheidungen über künftige Investitionen und Wachstum treffen können. 

    1. Die Cash-Burn-Rate im Blick behalten

Die Cash-Burn-Rate zeigt, wie schnell Ihre Reserven aufgebraucht werden – und wie lange es dauert, bis neue Finanzmittel oder Profitabilität erforderlich sind. Unternehmen, die ihre Cash-Burn-Rate regelmäßig analysieren, erhalten frühzeitig Klarheit über ihre finanzielle Stabilität und Wachstumsspielräume.

Berechnen Sie den Brutto-Burn (alle monatlichen Ausgaben) und den Netto-Burn (Ausgaben abzüglich Einnahmen). Teilen Sie anschließend die verfügbaren Cash-Reserven durch den Netto-Burn, um die verbleibende Liquiditätsreichweite zu bestimmen. Beispiel: 1,5 Mio. USD an Reserven bei einem Netto-Burn von 150.000 USD entsprechen einer Reichweite von 10 Monaten. Aktualisieren Sie diese Kennzahl monatlich und teilen Sie sie mit dem Führungsteam, damit zentrale Entscheidungen zu Einstellung, Marketing und Expansion eng mit der Liquiditätsreichweite abgestimmt sind.

    2. Cashflow-Prognosen gezielt stärken

Prognosen verwandeln Rohdaten in wertvolle Erkenntnisse. Richtig umgesetzt, verschaffen sie Führungskräften einen klaren Überblick, wann Liquiditätsengpässe oder -überschüsse auftreten – und geben ihnen Spielraum, die Strategie anzupassen, bevor Probleme entstehen. Erstellen Sie kurzfristige Prognosen (30–90 Tage) zur Steuerung der täglichen Liquidität und langfristige Prognosen (6–12 Monate) zur Unterstützung der strategischen Planung. Stützen Sie sie auf Daten aus aktuellen Finanzaufstellungen und aktualisieren Sie sie regelmäßig. 

Kombinieren Sie Umsatz-, Nachfrage- und Ertragsprognosen mit Ausgaben, um den Cashflow aus jeder Perspektive zu erfassen. Gehen Sie noch einen Schritt weiter und simulieren Sie Best- und Worst-Case-Szenarien, um verborgene Schwachstellen aufzudecken. Ein zentrales Finanzsystem reduziert den manuellen Aufwand für Aktualisierungen und Modellierungen, während KI-gestützte und prädiktive Analysen kontinuierliche Prognosen ermöglichen und Führungskräften genau dann Echtzeit-Einblicke liefern, wenn sie diese benötigen.

Zentralisierte Systeme und KI-gestützte Analysen liefern Finanz-Einblicke in Echtzeit – genau dann, wenn Führungskräfte sie benötigen.

    3. Debitorenbuchhaltung optimieren

Schleppende Zahlungseingänge binden Liquidität und schränken die Flexibilität ein. Wenn Unternehmen die Zeitspanne zwischen Rechnungsstellung und Zahlungseingang verkürzen, stärken sie den Cashflow sofort – ohne auf neue Umsätze oder Fremdfinanzierung angewiesen zu sein. Stellen Sie Rechnungen direkt nach Lieferung der Waren oder Dienstleistungen – mit klaren Zahlungsbedingungen.

Haken Sie bei überfälligen Zahlungen umgehend nach und bieten Sie bei Bedarf Anreize für frühzeitige Zahlung. Automatisieren sie die Rechnungsverarbeitung und Zahlungserinnerungen für mehr Konsistenz. Weisen Sie im Finanzteam klare Verantwortlichkeiten zu, damit keine Rechnung unbezahlt bleibt.

    4. Mit Lieferanten verhandeln

Lieferantenkonditionen wirken sich direkt auf Cashflow und Betriebskapital aus. Selbst kleine Anpassungen bei Zahlungsplänen oder Preisen können die Liquiditätsreichweite erheblich verlängern.

Fragen Sie möglichst nach längeren Zahlungsfristen oder Mengenrabatten. Prüfen Sie Lieferantenverträge regelmäßig auf Einsparpotenziale. Verhandeln Sie partnerschaftlich – kommunizieren Sie Ihre finanziellen Ziele transparent und schlagen Sie Konditionen vor, die beide Seiten absichern. Starke Lieferantenbeziehungen sichern die Versorgung und verbessern gleichzeitig die Liquidität.

    5. Betriebskosten kontrollieren

Unkontrollierte Ausgaben schmälern die Gewinnmargen und verkürzen die Liquiditätsreichweite. Konsequente Kostendisziplin hingegen stellt sicher, dass Ressourcen auf Wachstumstreiber konzentriert bleiben.

Prüfen Sie alle wiederkehrenden Kosten – wie Abonnements ,Services, Reisen – und streichen Sie alles, was keinen messbaren Nutzen bringt. Fordern Sie von Abteilungsleitern, ihre laufenden Ausgaben quartalsweise zu begründen. Leiten Sie verfügbare Mittel auf umsatzkritische Aktivitäten um und setzen Sie Verantwortlichkeit auf allen Unternehmensebenen durch.

    6. Barreserven aufbauen und pflegen

Rücklagen sorgen für Stabilität bei Konjunkturabschwüngen oder Umsatzverzögerungen. Ohne sie werden Unternehmen zu abhängig von externer Finanzierung.

Halten Sie zunächst Betriebskosten für 3–6 Monate auf liquiden Konten vor. Automatisieren Sie Überweisungen zu einem festen Prozentsatz bis zum Erreichen des Benchmarks. Schützen Sie Barreserven vor spekulativen Investitionen und kommunizieren Sie Ziele und Fortschritte transparent, um Mitarbeitern und Investoren Ihre Handlungsfähigkeit zu signalisieren.

7. Domänenspezifische Tools und Fachkenntnisse nutzen

Effektives Cash Management hängt von der richtigen Technologie und spezialisiertem Fachwissen ab. Software liefert Klarheit und Geschwindigkeit, während qualifizierte Fachkräfte Compliance sicherstellen und die Strategie auf Kurs halten.

Setzen Sie Buchhaltungsplattformen mit Echtzeiterfassung und Prognosefunktionen ein. Bei steigender Komplexität ziehen Sie Finanzmanager oder externe Buchhalter für bessere Governance hinzu. Stellen Sie dem Führungsteam monatlich Finanzberichte bereit und treffen Sie datenbasierte Entscheidungen.

8. Regelmäßig überwachen und anpassen

Cash-Management ist dynamisch: Kontinuierliches Monitoring hält Prognosen realitätsnah und Ausgaben flexibel.

Verfolgen Sie wichtige Kennzahlen wie Liquiditätsreichweite, Salden und Cashflow-Kennzahlen wöchentlich oder monatlich. Gleichen Sie Ergebnisse mit Prognosen ab und passen Sie Budgets sofort an, sobald Abweichungen auftreten. Teilen Sie die KPIs mit den Teams, damit Manager die finanziellen Auswirkungen ihrer Entscheidungen verstehen. Dies schafft gemeinsame Verantwortlichkeit und hält die Ausgaben im Rahmen – auch wenn das Unternehmen wächst.

Die Mehrheit der kleinen und mittelständischen Unternehmen (60%) testet bereits KI oder lotet deren Einsatzmöglichkeiten aus.

So ermöglicht KI erfolgreiches Cashflow Management

Die KI-Einführung steckt bei den meisten KMU noch in den Kinderschuhen, doch die Mehrheit (60 %) erkundet oder erprobt KI bereits in irgendeiner Form. Führungskräfte kleiner Unternehmen, die bei der KI-Einführung vorangehen, optimieren ihr Finanzmanagement und sichern sich Wettbewerbsvorteile in Märkten, die sich schneller denn je wandeln.

Strategisch eingesetzt unterstreicht KI die natürlichen Stärken von KMU – Geschwindigkeit, Anpassungsfähigkeit und Innovation – und hilft ihnen, mit größeren Konkurrenten gleichzuziehen. KI stärkt die Agilität kleiner Unternehmen in vier Bereichen:

  • Abläufe optimieren: KI automatisiert Workflows, reduziert manuelle Prozesse und minimiert Fehler – so laufen kontinuierliche Workflows wie das Cashflow Management nahtlos und lassen sich besser skalieren.
  • Daten demokratisieren: Mangelhafte Daten und Systemsilos verhindern bei vielen KMU proaktives Handeln. KI steigert die Datenqualität und vernetzt Systeme für fundierte Entscheidungen durch präzise Echtzeit-Einblicke.
  • Mehr mit weniger erreichen: Steigende Kosten und begrenzte Ressourcen sind eine große Herausforderung für KMU. KI optimiert Routineaufgaben und erkennt Risiken frühzeitig – so gewinnen Teams Zeit für strategische Aufgaben.
  • Mitarbeitende und Kunden stärken: KI vereinfacht Prozesse, erleichtert den Zugriff auf Einblicke und verbessert so das Erlebnis von Teams und Kunden. Sie schafft reibungslose, mitarbeiterorientierte Interaktionen, die die Unternehmenskultur stärken und die Wettbewerbsfähigkeit steigern.

Auf höchstem Niveau erweitert KI die Fähigkeit von KMU, Herausforderungen frühzeitig zu erkennen und Chancen gezielt zu nutzen. Mit den passenden Tools und einer klaren Governance wird Agilität dank KI zu einem nachhaltigen Wettbewerbsvorteil.

Fazit

Wenn die Cashflow-Transparenz fest in die Entscheidungsprozesse integriert ist, vermeiden Führungskräfte unerwartete Engpässe und stellen sicher, dass Ressourcen die langfristigen Unternehmensziele unterstützen. Dieses Maß an Kontrolle sichert Stabilität und fördert das Vertrauen von Investoren, Mitarbeitenden und Partnern, die auf eine verlässliche Umsetzung zählen.

Der wahre Gewinn: strategische Freiheit. Unternehmen mit konsequentem Cashflow-Management können Chancen – neue Märkte, Übernahmen oder Produkterweiterungen – nutzen, ohne sich von Unsicherheit bremsen zu lassen. Unternehmen, die Liquidität als dynamische Ressource begreifen, können nachhaltig wachsen und bleiben auch in Phasen des Wandels resilient.

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