Workday als eines der World’s Most Ethical Companies® 2026 ausgezeichnet

Rich Sauer, Chief Legal Officer und Head of Corporate Affairs bei Workday, erklärte uns in einem Gespräch, was diese Auszeichnung bedeutet und wie Workday Ethik und Integrität in der Praxis lebt.

In diesem Beitrag befassen wir uns mit folgenden Themen:


Workday wurde von Ethisphere erneut als eines der World’s Most Ethical Companies® ausgezeichnet – und steht damit das sechste Jahr in Folge auf der Liste. Die Auszeichnung unterstreicht das kontinuierliche Engagement von Workday für Integrität – angefangen bei unserem Ethik- und Compliance-Programm und einer starken Corporate Governance bis hin zu unserer positiven Ethikkultur, unserem gesellschaftlichen Engagement und der sorgfältigen Auswahl von Drittanbietern.

Rich Sauer, Chief Legal Officer und Head of Corporate Affairs bei Workday, erklärte uns in einem Gespräch, was diese Auszeichnung bedeutet und wie Workday Ethik und Integrität in der Praxis lebt.

F: Wir agieren in einem immer komplexeren Umfeld. Ist es angesichts dieser Komplexität heute wichtiger denn je, sich als ethisch verantwortungsvolles Unternehmen zu positionieren?

Rich Sauer: Auf jeden Fall. Im Wesentlichen wirft KI eine Reihe neuer Fragen auf, mit denen wir uns in dieser Form bislang nicht befassen mussten, und mit Blick auf Weiterbildung und Enablement ist es schwieriger geworden, angemessene Aufmerksamkeit zu gewinnen. Jedoch war Workday schon immer mit einem gewissen Maß an Komplexität konfrontiert. Die Gründung unseres Unternehmens liegt mehr als 20 Jahre zurück, in den Anfängen der Cloud. Zu diesem Zeitpunkt der technologischen Revolution war Datenschutz das beherrschende Thema. Alle gaben zu bedenken: „Moment mal – Sie wollen, dass ich meine Daten, die in meinem eigenen Rechenzentrum, auf meinen eigenen Servern oder bei mir im Keller liegen, an Sie, einen Drittanbieter, übertrage? Das klingt ziemlich verrückt.“

Vertrauen war der entscheidende Faktor. Man musste dem Anbieter vertrauen, bevor man ihm seine Daten überließ, und darauf vertrauen, dass dieser verantwortungsvoll damit umgeht. So hat sich Workday einen Namen gemacht. Wir haben unseren Kunden feste Zusagen gemacht, wie wir mit ihren Daten umgehen und deren Schutz gewährleisten. Es sind ihre Daten, nicht unsere.

Blicken wir zurück auf das vergangene Jahr, als der allgemeine Wettlauf um die Einführung von KI einen Höhepunkt erreichte. Es entstand ein regelrechter Hype um die spannende neue Technologie und jeder wollte sie einsetzen, sie gewinnbringend nutzen und damit experimentieren. In diesem Jahr folgte das große Erwachen und damit die Frage: „Wie sieht unser Governance-Prozess für den Umgang mit der KI aus, die nun jeden Aspekt unserer Arbeit bestimmt?“

Wenn Sie die KI und Agenten eines Unternehmens einsetzen möchten, ist das Vertrauen in diesen Anbieter entscheidend.

Im Grunde sind wir damit fast wieder in derselben Situation wie vor zwei Jahrzehnten. Wenn Sie KI und Agenten eines Unternehmens einsetzen, ist es sehr wichtig, diesem Anbieter zu vertrauen, ihn zu respektieren und zu wissen, dass er integer handelt und sich an feste Grundsätze hält. Dank unserer 20-jährigen Erfolgsgeschichte als verlässlicher und vertrauenswürdiger Partner für unsere großartigen Kunden verfügen wir über einen entscheidenden Vorteil in diesem Wettlauf.

F: Anfang dieses Jahres wurde bekannt, dass Workday zwei wichtige KI-Zertifizierungen für sein Engagement für verantwortungsvolle KI erhalten hat. Können Sie praktische Beispiele nennen, wie Workday seine Ethikgrundsätze auf verantwortungsvolle KI und KI-Agenten anwendet?

Sauer: Wir verfügen über eine Reihe fester Grundsätze, die die Entwicklung und Implementierung unserer KI bestimmen – aber Grundsätze sind noch der einfachste Teil. Jeder hat sie, und oft sind sie nahezu identisch. Die eigentliche Herausforderung besteht darin, diese Grundsätze in die Praxis umzusetzen.

Als ich vor sechseinhalb Jahren hier anfing, begannen wir mit dem Aufbau eines Teams für verantwortungsvolle KI. Inzwischen umfasst dieses Team Data Scientists und Sozialwissenschaftlern – was enorm wichtig ist. Wir haben einen Implementierungsprozess entwickelt, mit dem wir die Risiken der von Workday entwickelten Features bewerten. Wir möchten diese genau verstehen und widmen allen Aspekten mit folgenreichen Entscheidungen, die sich auf das Leben von Menschen auswirken, besondere Aufmerksamkeit. Wir begleiten den Entwicklungsprozess, führen Tests durch und setzen uns dafür ein, dass die Ergebnisse unseren hohen Integritätsanspruch und den gewünschten Zweck erfüllen.

F: Manche Menschen sehen Integrität und Ethik als „Bremsklötze“ für Innovation. Wie kann eine starke ethische Basis Unternehmen konkret helfen, schneller zum Ziel zu kommen, insbesondere mit KI?

Sauer: Es stimmt, dass Innovations- und Entwicklungsteams die Rechtsabteilung oft als Bremsklotz wahrnehmen. Unsere Entwicklungsabteilung sieht das anders. Sie versteht, wie wichtig unsere Arbeit ist, und will selbst sicherstellen, dass ihre Produkte ethisch einwandfrei sind und hohen Standards genügen.

Unsere Kunden erwarten höchste Standards bei den von uns bereitgestellten Innovationen. Das sorgt für eine gewisse Selbstregulierung. Das gelingt uns, weil wir uns selbst in die Pflicht nehmen, und wir streben danach, diese Pflicht zu erfüllen, weil der Markt genau das fordert.

F: Wie beurteilen Sie die Bedeutung menschlicher Urteilsfähigkeit, wenn immer mehr Prozesse mithilfe von KI automatisiert werden?

Sauer: Wir stufen das Risiko als niedrig, mittel, mittel bis hoch oder hoch ein. Bei einem mittleren bis hohen Risiko und entsprechend folgenreichen Entscheidungen gilt für uns das Human-in-the-Loop-Prinzip, das heißt, dass Menschen mit einbezogen werden müssen.

Gerade in sensiblen Bereichen ist menschliches Urteilsvermögen unverzichtbar.

Im niedrigen Risikobereich gibt es Features, die sich vollständig automatisieren lassen – allerdings ist dieser Schritt sorgfältig abzuwägen, ebenso wie jeweiligen Auswirkungen und der Anwendungsfall. Und gerade in sensiblen Bereichen ist menschliches Urteilsvermögen unverzichtbar.

F: Ethisphere bewertet eine Reihe von Kriterien, darunter Ethik und Compliance. Gibt es dabei etwas, worauf Sie besonders stolz sind oder das Ihre Prioritäten beeinflusst?

Sauer: Ein großer Vorteil der Ethisphere-Studie ist, dass Unternehmen nicht nur anhand eines Scores bewertet, sondern auch per Benchmarking mit anderen verglichen werden. Die Studie verdeutlicht, wo Sie im Ranking aller von Ethisphere bewerteten Unternehmen stehen. Damit hilft sie Ihnen zu verstehen: „Das haben wir wirklich gut gemacht“, aber auch zu erkennen: „Hier gibt es noch Verbesserungspotenzial.“

Da wir das sechste Jahr in Folge zu den ethisch verantwortungsvollsten Unternehmen der Welt gehören, können wir uns selbst als Benchmark heranziehen. Unser Ziel ist es, uns immer weiter zu verbessern.

Es fällt mir schwer, nur eine Sache zu nennen, auf die ich besonders stolz bin.Was ich aber wirklich schätze, ist der kontinuierliche Fokus von Workday auf Umwelt- und soziale Themen. Unser Engagement in diesen Bereichen ist nachhaltig und langfristig – kein kurzlebiger Trend, den wir einmal verfolgt und dann aufgegeben haben.

F: Was ist nötig, um eine Integritätskultur zu schaffen und zu pflegen?

Sauer: Integrität ist einer unserer Grundwerte, die von Anfang an gelten – dazu zählen auch Beharrlichkeit und Überzeugung. Das funktioniert nicht nach dem Prinzip „einmal festlegen und nie wieder anfassen“. Es genügt nicht, eine Richtlinie zu erstellen und darauf zu vertrauen, dass alles reibungslos läuft. Man muss das Thema immer wieder ansprechen und den Menschen klarmachen, warum es so wichtig ist – gerade wenn sie so viele Dinge gleichzeitig im Blick behalten müssen.

Es genügt nicht, eine Richtlinie zu erstellen und darauf zu vertrauen, dass alles reibungslos läuft.

Manchmal entsteht der Eindruck, dass hohe Integrität entweder vorhanden ist oder eben nicht – als ob sie von vornherein im Unternehmen verankert sein muss. Ich glaube nicht, dass das so ist. Es gibt immer etwas dazu zu lernen und Raum für Verbesserungen – vor allem in der Welt von KI und steigender Komplexität.

Deshalb ist Kontinuität bei Weiterbildung und Erkenntnisgewinn so wichtig. Ebenso wie die Überzeugung, immer das Richtige zu tun, selbst wenn die ethischste Entscheidung die schwierigste sein mag, und besonders dann, wenn niemand zuschaut.

Veröffentlicht in:  Workday News und Kultur

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