Unternehmen im Dienstleistungssektor schließen die Tempolücke

Auf der Workday Industry Insights EMEA sprachen Experten, Kunden und Branchenvorreiter darüber, wie Firmen im Dienstleistungssektor Unternehmen bei der digitalen Beschleunigung unterstützen und ihnen die Kompetenzen und Angebote vermitteln, die für den Erfolg in einer neuen Welt entscheidend sind.

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Die Tempolücke ist ein reales Problem. Unternehmen fällt es oft schwer, mit dem Tempo des Wandels am Markt Schritt zu halten, das durch das Auftreten neuer Akteure, Technologien, Arbeitsmethoden und Kundenpräferenzen immer stärker zunimmt. Fast drei Viertel der befragten CEOs geben zu bedenken, dass sie aufgrund operativer Datensilos nicht wirklich vorankommen, während gleichzeitig 80 % der Führungskräfte ihre Entscheidungsprozesse für zu langsam halten. Da der Wandel bereits voll im Gang ist, kann dies die Entwicklung der Unternehmen stark behindern.

Während sich die Turbulenzen der vergangenen 18 Monate langsam stabilisieren, können Dienstleistungsunternehmen mit ihrer Vielfalt an Fachkenntnissen Unternehmen dabei helfen, Chancen zu ergreifen und sich einen Wettbewerbsvorteil zu sichern. Dies setzt jedoch voraus, dass sie ihre digitale Transformation beschleunigen.

Auf der Workday Industry Insights EMEA sprachen Branchenexperten, Führungskräfte und Kunden über das Geschäftsklima und die Frage, wie Dienstleistungsunternehmen die Tempolücke schließen können, indem sie die nötigen Kompetenzen und Angebote für den Erfolg unter den sich verändernden Bedingungen bereitstellen.

 

Unternehmen stehen vor der Aufgabe, ihre Talentstrategie den wachsenden Anforderungen anzupassen. In einem Markt, in dem dringend wesentlich mehr Fachkräfte benötigt werden als verfügbar sind, liegt eine mögliche Antwort in der Weiterqualifizierung, der Umschulung und dem Cross-Skilling.

Kompetenzlücke: Die Achillesferse von Unternehmen

Bei der digitalen Beschleunigung kommt die Personalstrategie oft zu kurz. Wird die Fachkräftesituation jedoch erst einmal vernachlässigt, kann dies die Transformationspläne eines Unternehmens massiv behindern. 

Im weltweiten Maßstab fehlten 2021 bereits 40 Millionen Fachkräfte. Bis 2030 wird sich die Zahl fehlender Fachkräfte auf 85,2 Millionen erhöhen. Jeremy Lief, Partner, Transformations- und Technologieberatung bei PwC, sieht im derzeit in allen Branchen grassierenden Fachkräftemangel ein akutes Problem: „In vielen Branchen herrscht momentan ein erheblicher Mangel an qualifizierten Bewerbern, nicht nur hier in Großbritannien, sondern überall auf der Welt. Mit Geld allein lässt sich dieses Problem vermutlich nicht lösen“, betont er.

Unternehmen stehen vor der Aufgabe, ihre Talentstrategie den wachsenden Anforderungen anzupassen. In einem Markt, in dem dringend wesentlich mehr Fachkräfte benötigt werden als verfügbar sind, liegt eine mögliche Antwort in der Weiterqualifizierung, der Umschulung und dem Cross-Skilling. Nach Einschätzung von Jeremy Lief kann eine stärkere Einbindung vorhandener Mitarbeiter die Anpassungsfähigkeit und Resilienz im Unternehmen positiv beeinflussen.

„Das soll nicht unbedingt heißen, dass Mitarbeiter aus anderen Unternehmen abgeworben oder aus dem Ausland geholt werden. Es gibt einfach nicht genügend Personal mit den erforderlichen Kompetenzen – inzwischen ein weltweites Problem. Deshalb ist die Weiterqualifizierung so wichtig“, fügte er hinzu.

So entstehen aus Widrigkeiten große Chancen. Stuart Collins, Finanzführungskraft bei BDO LLP, ein Unternehmensnetzwerk, das weltweit Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsleistungen anbietet, meldete erste konkrete Erfolge mit der ganzheitlichen Talentstrategie seines Unternehmens. Als besonders positiv erwähnte Collins die Erfahrungen mit Shared Services und wie sein Unternehmen die Corona-Krise erfolgreich überstanden hatte.  

„Mit Remote-Arbeit mit agilen Tools wie der robotergesteuerten Prozessautomatisierung (RPA) gelang es uns, einen erheblichen Teil unserer Support-Mitarbeiter anderweitig einzusetzen und umzuschulen. Die Bereitschaft, diese neuen Kompetenzen und Rollen im Shared Service Centre zu erlernen, war groß“, berichtet Collins begeistert.

 

Die Digitalisierung ist kein Sprint, sondern ein Marathon.

 

Jenseits der Digitalisierung

Die Verlagerung zentraler Geschäftsprozesse online oder in die Cloud und der Wechsel zu neuen Plattformen sind nur zwei Beispiele für den Einstieg in die Digitalisierung. Die Digitalisierung lohnt sich jedoch erst dann wirklich, wenn das Unternehmen in größerem Maßstab Technologielösungen übernimmt wie fortschrittliche Analysen, künstliche Intelligenz (KI) und Szenarioplanungen. 

„Wir haben bereits in digitale Lösungen, RPA und KI investiert und werden dies auch weiterhin tun“, bestätigt Collins. „Commercial Reporting gehört zu unseren 10 strategischen Schwerpunktprojekten. Dabei geht es vor allem um die Nutzung lückenlos vernetzter Daten im gesamten Unternehmen, aber auch von externen Datenquellen, die uns konkrete Einblicke in Prozesse, die Art unserer Entscheidungen sowie die Kunden und Personen ermöglichen, mit denen wir zusammenarbeiten. Dadurch gewinnen wir Erkenntnisse über völlig neue Arbeitsweisen. Und wir haben gerade erst begonnen, das Potenzial dieser Technologien auszuschöpfen“, fügte er hinzu. 

Unternehmen, die ihre Planung und Prognosen an veränderte Bedingungen passen, reagieren schneller auf aktuelle Ereignisse und sind besser auf die Unwägbarkeiten der Zukunft vorbereitet. What-If-Szenarien helfen diesen Unternehmen, auch bei unerwarteten Entwicklungen datengestützte Entscheidungen zu treffen. „Letztendlich werden verlässliche, vorhersehbare Standarddaten benötigt, um anhand unterschiedlicher, detailliert untersuchter What-If-Szenarien die geeigneten geschäftlichen Entscheidungen zu treffen“, betonte Lief.

BDO LLP verwendet seit Kurzem Workday Financial ManagementWorkday Human Capital Management und Workday Professional Services Automation. „Wir entwickeln gerade ein leistungsfähiges Prognose- und Geschäftsplanungstool für unseren Budgetisierungsprozess in Workday. Workday hilft uns außerdem beim Erstellen eines Ressourcenplanungstools für unsere Wirtschaftsprüfungspraxis“, erläutert Collins.

Patrice Cappello, globale Leiterin für Professional and Business Services Go To Market bei Workday, hob den Stellenwert einer langfristigen Partnerschaft und eines kooperativen Ansatzes als Rezept für eine erfolgreiche Digitalisierung hervor. 

„Beim ersten Gespräch mit Führungskräften, die über die Einführung von Workday nachdenken, versichere ich ihnen, dass sie mit Workday eine langfristige Partnerschaft eingehen. Wir messen unseren Erfolg daran, dass sich die Investition für ihr Unternehmen rechnet. Mit diesem einzigartigen Modell bieten wir Dienstleistungsunternehmen eine konkrete Lösungsperspektive,“ meinte Capello abschließend. 

 

„Vertrauen Sie Ihren Mitarbeitern. Ihr Unternehmen wird agil arbeiten, und das setzt ein gewisses Vertrauen voraus.“ 

Steven Raymond, Executive Director, People Transformation, Capita

Das Datendilemma

Durch die Digitalisierung entstehen enorme Mengen an strukturierten und unstrukturierten Daten. Es ist Aufgabe der Unternehmen, dieses Geflecht zu entwirren und aus den Daten handlungsorientierte Erkenntnisse abzuleiten. Welche Herangehensweise empfiehlt sich also für Dienstleistungsunternehmen? 

„Sie brauchen Systeme und Prozesse, um Daten zu erfassen, zu systematisieren und zugänglich zu machen, sodass sie nutzbar sind und sich auswerten lassen. Sonst würden Sie ja lediglich Ihre Server und Rechenzentren mit Daten füttern. … Sie benötigen vielmehr ein Tool, das sich zur Standardisierung von Daten eignet und diese im gesamten Unternehmen verfügbar macht“, erklärt Collins.

Laut Steven Raymond, Executive Director für HR-Transformation bei Capita, dem größten britischen Outsoucingunternehmen, ist der Zugang zu präzisen Daten besonders wichtig, um die Agilität eines Unternehmens zu steigern.

„Der Weg zur Agilität führt fast zwangsläufig über exakte Daten und entsprechende effiziente Prozesse. Genau auf diese Faktoren haben wir uns konzentriert, um agiler zu werden. Wenn Ihnen eine gute Datengrundlage fehlt, ist auch alles andere zum Scheitern verurteilt.“

Wegweiser zur digitalen Beschleunigung: effektive Strategien

Die Digitalisierung ist kein Sprint, sondern ein Marathon. Was sind also Best Practices, die Unternehmen auf ihrem Weg unterstützen und sie auf Kurs halten? Experten der Workday Industry Insights EMEA teilen ihre Erkenntnisse zu wichtigen Strategien für die digitale Beschleunigung.

Die Schaffung einer soliden Datengrundlage ist nach Einschätzung von Lief der entscheidende Faktor. 

  • „Dazu sind umfangreiche Investitionen erforderlich. Es erfordert Engagement. Und es setzt Führungsstärke und Sponsorship voraus. Nachdem Sie aber einmal den Schritt gewagt haben und über die Technologie- und Datenplattform verfügen, haben Sie die grundlegenden Tools für geschäftliche Entscheidungen unter Voraussetzungen, die Sie heute noch nicht kennen. Haben Sie Mut zum Umdenken.“

 

Das Geheimrezept sieht Collins darin, mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auf Tuchfühlung zu bleiben und sich mit Branchenwettbewerbern auszutauschen. 

  • „Wir reden mit unseren Mitarbeitern. Wir führen Mitarbeiterbefragungen durch. Wir haben Fokusgruppen ... Eine gute Abstimmung mit den Mitarbeitern ist unverzichtbar. Und Sie müssen sich in der Branche umhören. Ich führe viele Gespräche mit CFOs aus völlig verschiedenen Dienstleistungsunternehmen und finde es sehr aufschlussreich, zu erfahren, welche Herausforderungen sie zu überwinden haben. Und ich teile auch einige meiner Erkenntnisse. Unsere Entscheidungen treffen wir anhand der besten, uns verfügbaren Informationen.“

Raymond stimmt Collins zu. 

  • „Vertrauen Sie Ihren Mitarbeitern. Ihr Unternehmen wird agil arbeiten, und das setzt ein gewisses Vertrauen voraus.“ 

Das Schlusswort der Podiumsdiskussion setzt Cappello mit einer kurzen, einprägsamen Anregung: 

  • „Mein Tipp: Seien Sie offen für die Digitalisierung. Profitieren Sie jetzt von der digitalen Technologie.” 

Sehen Sie sich diese On-Demand-Sitzung an, um mehr darüber zu erfahren, wie Dienstleistungsunternehmen ihre Transformation zum digitalen Unternehmen beschleunigt haben.

 

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