KI-Trends 2025: Aufstieg der Mensch-KI-Zusammenarbeit

Vier Führungskräfte von Workday sagen die wichtigsten KI-Trends für das Jahr 2025 voraus – darunter die immer wichtiger werdende Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine, strategische Investitionen in KI und der Bedarf an einzigartigen menschlichen Fähigkeiten im Zeitalter der Automatisierung.

Ghadeer Redler 26. Februar 2025

Das Zeitalter der künstlichen Intelligenz ist angebrochen. Mit ihm kam die Sorge, dass Maschinen den Menschen irgendwann einfach ersetzen würden. Bei KI geht es jedoch um etwas anderes: Mensch und Maschine werden mit ihrer Hilfe auf noch nie dagewesene Weise zusammenarbeiten. Im Jahr 2025 sind diejenigen Unternehmen auf Erfolgskurs, die dieses dynamische Zusammenspiel verstehen.

Für Unternehmen in der DACH-Region ist künstliche Intelligenz ein entscheidender strategischer Faktor. Über die Hälfte von ihnen plant, Investitionen in KI 2025 deutlich zu steigern, wie die Studie AI-ready Enterprise 2024 von Computerwoche Research Services und UiPath belegt.  

 

Trend 1: Der Mensch steht im Mittelpunkt

Kathy Pham, Vizepräsidentin für künstliche Intelligenz bei Workday, prognostiziert, dass sich das Verhältnis zwischen Mensch und Maschine grundlegend verändern wird. Künstliche Intelligenz wird Aufgaben übernehmen, die früher unumstößlich als menschliche Domäne galten. Mit dieser Verschiebung ist jedoch keine grundsätzliche Entwertung des Menschen verbunden, im Gegenteil. Vielmehr eröffnet sich die Gelegenheit, Rollen neu zu definieren – und wiederzuentdecken, was die menschliche Arbeitskraft wirklich einzigartig macht.

Während die Verbraucher in den letzten Jahren mit Tools wie ChatGPT die KI für sich entdeckt haben, sind Unternehmen noch dabei, ihr enormes Potenzial zu erkunden.

Im Jahr 2025 werden sich Unternehmen vor allem auf die Entwicklung praktischer KI-Anwendungen konzentrieren, um Prozesse zu optimieren und auf diesem Weg ihre Mitarbeiter zu befähigen. KI wird beispielsweise zunehmend eingesetzt werden, um Onboarding-Prozesse zu rationalisieren. Das verschafft HR-Teams mehr Zeit, vertrauensvolle persönliche Beziehungen zu neuen Mitarbeitern aufzubauen.

Dieses harmonische Wechselspiel zwischen Mensch und Maschine setzt ein neues Maß an Produktivität und Innovation frei. Mit KI können Unternehmen die Zukunft der Arbeitswelt so gestalten, dass die Technologie die unersetzlichen menschlichen Fähigkeiten maximal unterstützt. Jeder Einzelne erhält dank dieser Ressource die Möglichkeit, mit seinem Beitrag individuell gesehen, gehört und wertgeschätzt zu werden.

Im Jahr 2025 werden sich Unternehmen auf die Entwicklung praktischer KI-Anwendungen konzentrieren, um Prozesse zu optimieren und Mitarbeiter zu befähigen.

Diese Mensch-Maschine-Partnerschaft ermöglicht es, Mitarbeitern einen KI-gestützten Assistenten zur Seite zu stellen, mit dessen Hilfe sie intelligenter arbeiten können – statt härter. KI beschleunigt Innovation und ermöglicht es Unternehmen, Durchbrüche zu erzielen und den Entdeckergeist zu fördern. Dies gilt auch für die Kommunikation: KI kann Nachrichten verfassen und dabei schon den angemessenen Ton vorschlagen. Ihre Übersetzungen beseitigen zudem sprachliche Barrieren und erleichtern es den Mitarbeitern so, persönliche Beziehungen aufzubauen.

Führungskräfte können mit KI als Partner ein Arbeitsumfeld schaffen, in dem die Technologie die Arbeitskraft des Menschen ergänzt und verbessert – für mehr Effizienz, Innovation und Mitarbeiterzufriedenheit.

Damit wird sich für viele Beschäftigte die Art und Weise, wie sie arbeiten, stark verändern. In Deutschland rechnen dabei nur 5 % der von der Boston Consulting Group im BCG AI Radar 2025 befragten Unternehmen mit einem Rückgang der Mitarbeiterzahlen. Sie legen stattdessen Wert darauf, ihre Belegschaft mit Qualifizierungsmaßnahmen auf neue Aufgaben vorzubereiten.

 

Trend 2: KI revolutioniert die Wirkung sozialen Engagements

KI läutet eine neue Ära des sozialen Engagements ein: Die Technologie sorgt dafür, dass der Geist des menschlichen Mitgefühls stärker wirken und echte Veränderungen bringen kann.

Carrie Varoquiers, Chief Philanthropy Officer bei Workday, prognostiziert, dass KI die treibende Kraft hinter einer Revolution des sozialen Engagements sein wird: Mit ihrer Leistung können gemeinnützige Organisationen die Wirkung ihres Einsatzes verstärken und dafür sorgen, dass sie mehr Menschen in Not erreichen und eine gerechtere Welt schaffen.

Gemeinnützige Organisationen können mit KI-Unterstützung intelligenter arbeiten: Künstliche Intelligenz führt Menschen zu den Projekten, die ihre Fähigkeiten am dringendsten benötigen. KI ermöglicht es auch, sich mit einer personalisierten Ansprache an Spender zu wenden, damit sich jeder Einzelne gesehen und wertgeschätzt fühlt.

Darüber hinaus kann KI gemeinnützigen Organisationen einen prägnanten Überblick über ihren konkreten Einfluss verschaffen und ihnen helfen, das Beste aus jedem Euro zu machen.

Mit KI als Verbündetem ist der Non-Profit-Sektor in der Lage, die größten sozialen Herausforderungen der Welt zu bewältigen. So kann KI beispielsweise helfen, von Arbeitslosigkeit bedrohte Personengruppen zu identifizieren, sodass gemeinnützige Organisationen rechtzeitig Unterstützung anbieten können. Mit KI lässt sich auch die Katastrophenhilfe optimieren, denn umfangreiche Datenanalysen machen es einfacher, Bedarfe einzuschätzen und Ressourcen effektiv zuzuweisen. Außerdem ruht auf KI-Algorithmen die Hoffnung, dass sie in die Bekämpfung künftiger Pandemien eingebunden werden können, indem sie die Ausbreitung von Infektionskrankheiten genau überwachen und vorhersagen und Gesundheitsorganisationen und Regierungen frühzeitig warnen.

 

Trend 3: KI-gestützte Automatisierung steigert die Effizienz

Roboter werden vielleicht nicht die Macht übernehmen, aber sie werden unser Leben sehr viel einfacher machen. David Somers, Chief Product Officer bei Workday, sieht eine Zukunft, in der KI mehr tut als bei lästigen, sich wiederholenden Aufgaben wie der Reisekostenabrechnung oder dem Scannen zu helfen. Bereits jetzt setzen laut der Studie AI-ready Enterprise 2024 von Computerwoche Research Services und UiPath 32 Prozent der deutschen Unternehmen, die KI verwenden, diese zur Automatisierung ein. Doch die künstliche Intelligenz ist schon jetzt in der Lage, einen Schritt weiter zu gehen und selbstständig Aufgaben für Nutzer zu erledigen, um die menschliche Entscheidungsfindung zu unterstützen.

Unternehmen werden nunmehr damit beginnen, KI-Agenten einzusetzen, um ganze Aufgabenbereiche neu zu gestalten. Agentic AI gilt als einer der wichtigsten Trends 2025, Forbes spricht gar von einem „Jahr der Agentic AI“. Stellen Sie sich beispielsweise vor, Sie könnten proaktiv nach passiven Bewerbern suchen, die Ansprache von Bewerbern automatisieren und Top-Talente für offene Stellen empfehlen – und so die Zeit bis zur Besetzung von Stellen erheblich verkürzen und die Qualität der Einstellungen verbessern. So sind Personalverantwortliche in der Lage, sich auf das konzentrieren, was wirklich wichtig ist: Beziehungen aufzubauen und ihren strategischen Einfluss zu steigern.

Der Schlüssel liegt darin, die richtige Balance zwischen menschlichem und technologischem Know-how zu finden. Während KI zweifellos die Art und Weise verändern wird, wie wir Aufgaben erledigen, wird menschliche Expertise immer unverzichtbar sein. Die erfolgreichsten Unternehmen werden diejenigen sein, die KI als leistungsstarkes Werkzeug einsetzen, das menschliche Fähigkeiten ergänzt – und nicht ersetzt.

Im kommenden Jahr werden Unternehmen KI einsetzen, um wichtige Geschäftsbereiche wie den Self-Service für Mitarbeiter effizienter und personalisierter zu gestalten. KI-gestützte Chatbots werden der erste Kontaktpunkt nach außen sein, um Routineanfragen zu beantworten und Personalfachleute zu entlasten, die sich auf komplexere Probleme konzentrieren müssen.

Im Jahr 2025 werden Unternehmen damit beginnen, KI-Agenten einzusetzen, um ganze Arbeitsbereiche wie die Rekrutierung von Talenten umzugestalten.

KI wird das Lieferkettenmanagement revolutionieren, indem sie Lagerbestände optimiert, Nachfrageschwankungen vorhersagt und die Logistik rationalisiert. Das bedeutet niedrigere Kosten, höhere Effizienz und eine flexiblere Reaktion auf Marktveränderungen.

Die Bedrohungen der Cybersicherheit werden immer komplexer und häufiger. 2024 gaben 60 Prozent der Unternehmen in Deutschland an, mehr Cyberangriffen ausgesetzt gewesen zu sein als im Vorjahr, wie das Handelsblatt in seinen Digitalen Trends 2025 berichtete. KI wird eine entscheidende Rolle beim Schutz von Unternehmen spielen. KI-Algorithmen werden als wachsame Wächter fungieren, die Cyberangriffe erkennen und verhindern. So schützen sie sensible Daten und gewährleisten, dass die geschäftlichen Abläufe nicht gestört oder unterbrochen werden.

 

Trend 4: Strategische Investitionen in KI bringen Wettbewerbsvorteile

Das Topmanagement, insbesondere die CFOs, spielen jetzt und auch in Zukunft eine entscheidende Rolle dabei, die Einführung von KI voranzutreiben. Davon ist Zane Rowe, Chief Financial Officer bei Workday, überzeugt. Klare Kommunikation und Transparenz bei Investitionsentscheidungen in KI sind unerlässlich, um den ROI nachzuweisen und die Unterstützung der Stakeholder zu gewinnen. Darüber hinaus müssen CFOs in der Lage sein, qualitativ hochwertige KI-Initiativen von solchen zu unterscheiden, die möglicherweise keine signifikante Rendite erzielen. Zudem ist es ihre Aufgabe sicherzustellen, dass die Ressourcen strategisch eingesetzt werden, um einen Wettbewerbsvorteil zu erzielen.

Gartner prognostiziert, dass KI bis 2025 in großen Unternehmen weit verbreitet sein wird: 75 Prozent der CFOs werden KI demnach zur Verbesserung der Entscheidungsfindung einsetzen. Das bedeutet, dass CFOs zu KI-Champions werden müssen, die sich für strategische Investitionen einsetzen und sicherstellen, dass KI-Initiativen mit den übergeordneten Geschäftszielen in Einklang stehen. CFOs müssen auch ein tiefes Verständnis von KI-Technologien und ihren potenziellen Anwendungen entwickeln, um fundierte Investitionsentscheidungen treffen zu können.

 

 

CFOs sind der Schlüssel, wenn es darum geht, das volle Potenzial von KI in ihren Unternehmen auszuschöpfen. Intelligente Investitionen zu tätigen erfordern strategisches Denken. Das bedeutet, dass KI-Initiativen auf die übergeordnete Unternehmensstrategie abgestimmt sein müssen, damit jeder ausgegebene Euro darauf einzahlt. Außerdem ist es wichtig, sich auf messbare Ergebnisse zu konzentrieren und mit KPIs zu arbeiten, um die Auswirkungen dieser KI-Investitionen zu verfolgen und eine klare Rendite zu erzielen. Hier ist derzeit noch Nachholbedarf zu verzeichnen: 70 Prozent der in Deutschland im BCG AI Radar 2025 befragten Unternehmen erheben noch keine KPIs rund um ihren KI-Einsatz, weltweit sind es 60 Prozent.

Und vergessen Sie nicht den Faktor Mensch: Investitionen in die Entwicklung von Talenten und Fähigkeiten sind unerlässlich, damit Ihre Teams die neuen KI-Tools effektiv nutzen können. Mit diesem strategischen, datengesteuerten Ansatz können CFOs ihr Unternehmen so positionieren, dass sie im Zeitalter der KI hohe Gewinne erzielen kann.

Gartner prognostiziert, dass KI bis 2025 in großen Unternehmen weit verbreitet sein wird: 75 Prozent der CFOs werden KI demnach zur Verbesserung der Entscheidungsfindung einsetzen.

Die drei wichtigsten Erkenntnisse für CFOs

Im Folgenden finden Sie nur einige der Möglichkeiten, wie KI die Unternehmenslandschaft im Jahr 2025 revolutionieren wird. Um die transformative Kraft der KI wirklich nutzen zu können, sollten Führungskräfte einen proaktiven und strategischen Ansatz verfolgen. Hier sind drei wichtige Erkenntnisse, die Unternehmen im Zeitalter der KI leiten werden:

  1. Machen Sie einen Unterschied: Nutzen Sie die Kraft der KI, um sozialen Wandel voranzutreiben und die Welt zu einem besseren Ort zu machen. Gehen Sie Partnerschaften mit gemeinnützigen Organisationen ein, beteiligen Sie sich an Freiwilligenprogrammen und nutzen Sie KI, um drängende soziale Herausforderungen anzugehen. Dies kommt nicht nur der Gesellschaft zugute, sondern zieht auch gezielt Talente an.
  2. Fördern Sie Ihre Mitarbeiter: Investieren Sie in Ihre Mitarbeiter und bieten Sie Schulungs- und Entwicklungsmöglichkeiten an, die analytisch-kritisches Denken, Teamfähigkeit und emotionale Intelligenz fördern. Diese einzigartigen menschlichen Fähigkeiten werden im Zeitalter der künstlichen Intelligenz noch wertvoller, da sie es den Mitarbeitern ermöglichen, sich anzupassen, innovativ zu sein und sich weiterzuentwickeln.
  3. Sinnvoll führen: Schaffen Sie eine auf den Menschen ausgerichtete Arbeits- und Unternehmenskultur schaffen, in der Technologie die menschliche Bindung und den menschlichen Sinn nicht überschattet, sondern ergänzt. Gestalten Sie ein Arbeitsumfeld, in dem sich die Beschäftigten wertgeschätzt und unterstützt fühlen und in dem sie ihre einzigartigen Talente einbringen können, auch wenn die KI immer mehr Aufgaben übernimmt.

Wenn Führungskräfte diese Erkenntnisse berücksichtigen, können sie die sich entwickelnde KI-Landschaft erfolgreich navigieren und Organisationen schaffen, die sowohl innovativ sind als auch den Menschen in den Mittelpunkt stellen.

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