Warum Investitionen in die Mitarbeiterentwicklung wichtiger denn je sind

Eine kürzlich durchgeführte Studie kommt zu dem Ergebnis, dass Mitarbeiter die Stellensicherheit, die viele Arbeitgeber ihnen während der Pandemie geboten haben, zu schätzen wussten. Jetzt konzentrieren sie sich jedoch vermehrt auf ihre künftigen Karrieremöglichkeiten. Für Unternehmen ist klar, dass Mitarbeiterentwicklung im Jahr 2021 und darüber hinaus ein wichtiges Thema bleiben wird.

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Für viele Unternehmen ist klar: Mitarbeiterentwicklung ist im Jahr 2021 ein wichtiges Thema. Eine neue Studie von Peakon kommt jedoch zu dem Schluss, dass sich Mitarbeiter zunehmend Sorgen über ihre persönliche Entwicklung machen. 

Der Employee Expectations Report 2021, bei dem 30 Millionen Mitarbeiterkommentare aus 160 Ländern ausgewertet wurden, zeigt folgende Entwicklung klar auf: Mitarbeiter empfanden die Sicherheit ihres Arbeitsplatzes während der Pandemie als sehr positiv, konzentrieren sich aber jetzt auf ihre künftigen Karrieremöglichkeiten. 

Besonders auffällig ist der Anteil der Mitarbeiterkommentare, die sich auf die eigene Weiterentwicklung beziehen. Dieser ist um 8 % gegenüber dem Vorjahr zurückgegangen, obwohl „Weiterentwicklung“ zu den wenigen Bereichen gehörte, in dem sich die Bewertungen verschlechtert haben. Die Mitarbeiter machen sich nicht nur Sorgen um Ihre Karriereaussichten – es fällt ihnen auch schwer, darüber zu sprechen. 

Über die drei anderen thematischen Schwerpunkte der Studie –flexibles Arbeiten, Gesundheit und Wohlbefinden sowie Diversität, Gleichberechtigung und Inklusion – haben wir bereits berichtet. In diesem letzten Beitrag für unsere Reihe zu den Mitarbeitererwartungen im Jahr 2021 wollen wir darauf eingehen, wie Mitarbeiter über ihre persönlichen und beruflichen Entwicklungsmöglichkeiten denken. Außerdem möchten wir aufzeigen, wie wir als globale Community jedem Mitarbeiter den nötigen Freiraum zur Weiterentwicklung bieten können. 

„Der Erfolg von Unternehmen wird davon abhängen, ob sie die einzelnen Mitarbeiter dabei unterstützen können, Fortschritte in den Bereichen zu erzielen, die ihnen persönlich am Herzen liegen.“

Jason Lauritsen Autor von „Unlocking High Performance“

Gegen die Mitarbeiterfluktuation nach der Pandemie

Während der Pandemie haben viele Unternehmen Arbeitsplatzsicherheit als Priorität festgelegt. Dies war ein notwendiger Schritt, um sich für die Interessen ihrer Mitarbeiter einzusetzen. Bei der Planung der Arbeitswelt nach der Pandemie muss sich der Fokus von Arbeitsplatzsicherheit auf Karrieremöglichkeiten verschieben. Denn die erhobenen Daten belegen, dass Mitarbeiter, die für sich keine Entwicklung sehen, sehr geneigt sind, zu kündigen.

Die häufigste Methode, um die Wahrscheinlichkeit einer Kündigung zu ermitteln, ist die Frage: “Wenn Ihnen der gleiche Job bei einem anderen Unternehmen angeboten würde, wie wahrscheinlich wäre es, dass Sie bei [Ihrem derzeitigen Unternehmen] bleiben würden?” Und auch wenn dies eine zuverlässige Methode ist, gibt es doch auch subtilere Anzeichen für Abwanderungstendenzen. Beim Algorithmus zur Kündigungsprognose von Peakon beispielsweise ist die Punktzahl, die für den Faktor „Weiterentwicklung“ vergeben wird, bei Mitarbeitern, die im Unternehmen bleiben, im Durchschnitt um 13 % höher als bei denjenigen, die gehen möchten.

Mit diesem Wissen im Hinterkopf verdeutlicht die Grafik oben einige bedenkliche Tendenzen in Bezug auf die Bewertung der Mitarbeiterentwicklung. Mit Ausnahme der Baby-Boomer und der Generation X – also der älteren Mitarbeiter, die oft höhere Positionen innehaben – sind die Punktzahlen im Lauf des Jahres 2020 stetig zurückgegangen. Für Unternehmen ist es wichtig, diese Anzeichen für Kündigungstendenzen ernst zu nehmen und entsprechende Maßnahmen zu ergreifen.

Für die Entwicklung insbesondere der jüngeren Generationen 

Aus unserem Employee Expectations Report 2021 geht deutlich hervor, dass Mitarbeiter Wert auf eine klare Kommunikation legen. Auf lange Sicht muss Ihr Unternehmen in Entwicklungsmöglichkeiten investieren, um in den Bewertungen in diesem Bereich wieder besser dazustehen. Im ersten Schritt müssen Sie aber Ihren Mitarbeitern zu verstehen geben, dass Sie ihre Bedürfnisse kennen. Und das ist bei keiner Gruppe so wichtig wie bei den jüngeren Mitarbeitern.

Wie unten erkennbar ist, gingen die Bewertungen unter den Mitarbeitern der Generation Z und der Millennials im Vergleich zu ihren älteren Kollegen überproportional stark nach unten. Das Risiko besteht darin, Mitarbeiter zu verlieren, die noch an einem frühen Punkt in ihrer beruflichen Laufbahn stehen und in den kommenden Jahren zu einer wichtigen Stütze im Unternehmen werden könnten.

Bei der Weiterentwicklung geht es keineswegs immer um Gehaltserhöhungen oder Beförderungen. Vielmehr sollten Führungskräfte mit ihren Mitarbeitern in den Dialog treten, um herauszufinden, welche Vorstellungen diese haben. Zum Beispiel:

  • Klärung langfristiger Ziele und Ausarbeitung eines strukturierten Aktionsplans

  • Mehr Unterstützung für ihr Privatleben durch flexible Arbeitsmodelle

  • Mehr Möglichkeiten, mit anderen Abteilungen zu arbeiten und dort hineinzuschnuppern

  • Interne Mentoringprogramme zur Förderung der beruflichen Aussichten

Mit einer klaren Kommunikation gegenüber den Mitarbeitern über ihre Weiterentwicklungsmöglichkeiten sorgen Unternehmen dafür, dass sich ihre Mitarbeiter wertgeschätzt fühlen. Dies wiederum verringert das Kündigungsrisiko. Nachdem die Zeit, in der Arbeitsplatzsicherheit für alle das Wichtigste war, zu Ende geht, möchten Ihre Mitarbeiter die Gewissheit haben, dass Sie bereit sind, in ihre Zukunft zu investieren. 

Wenn Sie mehr dazu erfahren möchten, wie sich das letzte Jahr auf Beschäftigte in der ganzen Welt ausgewirkt hat, und um besser zu verstehen, was Ihre Mitarbeiter jetzt von Ihnen erwarten, lesen Sie den vollständigen Employee Expectations Report 2021

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