Ressourcenengpässe und überwältigende Arbeitsbelastung
Die große Transformation – ausgelöst durch technologische Sprünge und den Druck zur Neuausrichtung – trifft auf ein altes Problem: zu wenig Zeit, zu wenig Geld, zu wenige Menschen. Während sich Erwartungen und Anforderungen vervielfachen, bleiben Budgets und Teams oft dort stehen, wo sie vor fünf Jahren waren. Für HR bedeutet das: den Wandel stemmen, während einem die Mittel dafür fehlen.
Was daraus entsteht, ist mehr als nur Stress. Es ist ein strukturelles Dilemma, das HR-Teams zwingt, konstant über ihre Belastungsgrenze hinauszuarbeiten – bei gleichzeitig sinkendem Gestaltungsspielraum. Der Effekt? Längere Arbeitszeiten, wachsende Erschöpfung, das Gefühl, nie wirklich anzukommen. Und genau hier beginnt die eigentliche Gefahr: Burnout wird nicht zur Ausnahme, sondern zur Betriebsbedingung.
Strategien für Synergie
Was dagegen hilft, ist kein Mentalitätswechsel im Alleingang, sondern ein strategischer Kurswechsel auf Systemebene. CHROs und Führungskräfte müssen nicht mehr von ihren Teams fordern, sondern besser mit den verfügbaren Kräften umgehen. Die zentrale Frage lautet: Wie lässt sich zwischen operativer Last, fortlaufender Transformation und sinnvoller Arbeit eine neue Balance finden?
Dort, wo Teams das Gefühl haben, ihre Arbeit hat Bedeutung – dort entsteht Resilienz. Und genau diese Widerstandskraft wird HR brauchen, um nicht nur durch diese Phase zu kommen, sondern sie mitzugestalten.
Investitionen in psychische Gesundheit, Resilienz und Anpassungsfähigkeit der HR-Mitarbeitenden
Wer Burnout wirklich an der Wurzel bekämpfen will, muss verstehen: Erschöpfung ist kein persönliches Scheitern, sondern eine systemische Reaktion. CHROs, die diesen Zusammenhang erkennen, schaffen Strukturen, die tragen. Und sie investieren in Programme, die nicht als Wellness-Kulisse dienen, sondern konkrete Wirkung entfalten:
Trainings zur mentalen Resilienz, in denen kognitive Flexibilität und aktives Problemlösen im Zentrum stehen
Formate zur sozialen Resilienz, die den Teamzusammenhalt stärken und tragfähige Beziehungen fördern
Workshops zur Stressbewältigung, die nicht nur HR selbst entlasten, sondern als Modell für die gesamte Organisation dienen können
Doch all das bleibt Stückwerk, wenn das Umfeld nicht stimmt. Was es zusätzlich braucht, ist psychologische Sicherheit – ein Klima, in dem Sorgen geäußert und Hilfe eingeholt werden kann, ohne Angst vor Reaktion. CHROs sollten deshalb nicht nur Maßnahmen starten, sondern auch messen, wie sie wirken: mit Tools, die das Wohlbefinden im Team sichtbar machen und gezielt verbessern helfen.
Nutzung von Technologie und Automatisierung – einschließlich KI
Technologie war nie Selbstzweck – sie ist Mittel zur Entlastung. Und genau das ist jetzt ihr größter Wert für HR: Die Automatisierung repetitiver Aufgaben schafft Freiräume für strategische Arbeit und echte Begegnung. KI ist dabei nicht das Ende des Menschlichen, sondern seine Entlastung – wenn man sie richtig einsetzt.
Besonders profitieren könnten diese Bereiche:
Stellenausschreibungen und automatisierte Bewerbervorauswahl
Onboarding-Prozesse – von Formalitäten bis zu systemgestütztem Training
Benefits-Verwaltung, inklusive gezielter Kommunikation und einfacher Anmeldung
Chatbots, die Routinefragen übernehmen und so Zeit für echte Gespräche schaffen
Wenn diese Aufgaben nicht mehr bei den Menschen liegen, können sich HR-Teams auf das konzentrieren, wofür sie eigentlich da sind: Talente entwickeln, Vertrauen aufbauen, Organisationen gestalten. Das verändert nicht nur die Qualität der Arbeit – sondern auch ihre Wirkung.
Und es macht einen Unterschied, ob sich HR wie ein dauerhaft überlastetes Servicezentrum anfühlt – oder wie das strategische Herz einer Organisation.
Ein Aufruf zum Handeln für eine nachhaltige Zukunft der Personalarbeit
Jetzt ist der Moment, in dem HR sich neu erfinden kann. Nicht durch noch mehr Druck, sondern durch kluge Investitionen. Nicht durch Durchhalten, sondern durch Umsteuern.
Ja, die Herausforderungen sind real: KI, Transformation, steigende Komplexität. Aber sie öffnen auch eine Tür. Für HR-Teams, die nicht mehr nur reagieren, sondern gestalten. Für eine Rolle, die nicht zwischen den Stühlen sitzt, sondern selbst mit am Tisch der Zukunftsplanung.
Voraussetzung dafür ist Klarheit im Handeln: psychische Gesundheit ernst nehmen. Technologie nicht nur einführen, sondern sinnvoll einsetzen. Kommunikation nicht predigen, sondern leben. Und vor allem: Resilienz nicht als individuelle Fähigkeit verstehen, sondern als Ergebnis guter Strukturen.
Denn Mitarbeitende, die brennen, sind nicht loyaler – sie sind näher am Absprung. 27 Prozent zeigen heute ein hohes Burnout-Risiko. Es ist Zeit, das nicht länger hinzunehmen.
Jetzt ist der Moment, Burnout nicht länger zu managen – sondern an der Wurzel zu verändern. Entdecken Sie, wie Sie genau dort ansetzen können, wo es zählt.